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Nachrichten

In großer Trauer und tiefer Dankbarkeit nehmen wir Abschied von

INGEBORG ZOHLNHÖFER

Sie hat den Deutschen Evangelischen Frauenbund in Mainz als Vorsitzende mit neuem Leben erfüllt.

Als ein großes Projekt hat sie die Patientenbücherei an der Universitätsmedizin Mainz begründet und über fast vier Jahrzehnte begleitet.

Ihre Begeisterung und ihr Elan haben uns beflügelt.

Ihre dem Menschen zugewandte Herzlichkeit und Fröhlichkeit
haben uns angesteckt.

Wir wollen versuchen, in ihrem Sinn weiter zu arbeiten.

Das wäre ihr größter Wunsch gewesen.

Im Namen des Deutschen Evangelischen Frauenbunds, Ortsverband Mainz e. V.
und der Patientenbücherei,

Karin Kiworr, Renate Severin, Dr. Annelen Ottermann




MONATSBRIEF

Wir alle sind in Gottes Hand
Ein jeder Mensch
In jedem Land
Wir kommen und wir gehen
Wir singen und wir grüßen
Wir weinen und wir lachen
Wir beten und wir büßen
Gott will uns fröhlich machen

Wir alle haben unsre Zeit
Gott hält die Sanduhr
Stets bereit
Wir blühen und verwelken
Vom Kopf bis zu den Füßen
Wir packen unsre Sachen
Wir beten und wir büßen
Gott will uns leichter machen

Wir alle haben unser Los
Und sind getrost auf Gottes Floß
Die Welt entlang gefahren
Auf Meeren und auf Flüssen
Die Starken mit den Schwachen
Zu beten und zu büßen
Gott will uns schöner machen

Wir alle bleiben Gottes Kind
Auch wenn wir schon
Erwachsen sind
Wir werden immer kleiner
Bis wir am Ende wissen
Vom Mund bis zu den Zehen
Wenn wir gen Himmel müssen
Gott will uns heiter sehen.

Hanns Dieter Hüsch

Liebe Freundinnen und Freunde unseres Frauenbundes,

nun ist wirklich Herbst. Die Sonne lässt die Farben noch einmal glühen, aber jeden Tag fallen neue Blätter, bis dann die Bäume ihre filigrane Schönheit gewinnen: ohne Blätter, doch bereits mit den verheißungsvollen Knospen.
Dieser Herbst ist aber für unseren Frauenbund anders als jeder andere: Ich hatte im Oktober keinen Rundbrief geschrieben, weil wir kurzzeitig noch einmal überlegt hatten, doch zu einem Treffen einzuladen – ohne Kaffee und Kuchen, nur mit einer Lesung. Aber die negative Entwicklung von Covid 19 ist schneller gewesen: Auch ein solches Zusammensein wäre unverantwortlich. Und gestern ist auch von der Kirchengemeinde Lerchenberg ein Rundschreiben eingegangen, das Treffen in den Gemeinderäumen für Gruppen untersagt, auf Weisung der Landeskirche hin.
Das ist alles nicht leicht, für keine und keinen von uns. Aber wir wollen doch durch die Rundbriefe wenigstens den Kontakt aufrecht erhalten und wir sind beide natürlich auch telefonisch zu erreichen. Um noch einmal zu dem Bild oben zu kommen: Zurzeit sind es eher die herunterfallenden Blätter, die wir sehen. Aber wir wollen doch auch die leuchtenden Farben wahrnehmen und die Knospen im Auge behalten, die auf neues Leben hoffen lassen!

Und das gilt auch für diese Tage, wie sie im Kirchenjahr gefeiert werden. Machen wir uns doch zu einem kurzen Gang durch diese Festtage auf:
Reformationsfest: Das ist ein Tag, der auf der einen Seite eine – nicht gewollte Trennung – bewirkt hat. Aber er ist auch ein Tag neu gewonnener Freiheit, ein Tag kritischer Reflexion und ein Tag neuer Glaubenstiefe und Beschäftigung mit der Bibel. Und in den letzten Jahrzehnten hat sich ein neues ökumenisches Miteinander entwickelt. Das haben wir ja auch in unserem Frauenbund erfahren.
Volkstrauertag: Da wird natürlich der Menschen gedacht, deren Leben in den Kriegen vergeudet wurden. Aber es ist auch ein Tag der Besinnung auf das, was ein - unser -Volk anderen Völkern angetan hat. Es ist ein Tag, der nicht zerstörerische Schuldgefühle konservieren, sondern Raum öffnen will – für neue Möglichkeiten, die aus der Vergebung und aus kritischer Rückbesinnung erwachsen.
Buß- und Bettag: Früher ein Feiertag, der ja leider abgeschafft wurde. Er ist ein Tag, an dem die Brüche im eigenen Leben, das Versagen und das Schuldigwerden betend vor Gott gebracht werden. Sünde und Schuld sind Begriffe, die heute nicht mehr sehr modern sind. Aber deswegen existieren sie eben doch: wir werden schuldig aneinander, wir werden schuldig vor Gott, auch wenn wir uns noch so sehr bemühen. Aber wir bleiben nicht in diesem Bruchstückhaften gefangen, sondern Gott will uns befreien zu neuen Anfängen.
Und schließlich Allerheiligen in der katholischen Kirche (Ersatz des heidnischen Beltanefestes), Toten– oder Ewigkeitssonntag in der evangelischen Kirche (als letzter Sonntag im Kirchenjahr, der schon den Blick auf den Advent Christi richtet). Da denken wir natürlich an die, die gestorben sind, die das eigene Leben geprägt und bereichert haben. Wir trauern, weil ihr Tod eine Lücke gerissen hat, die sich nicht schließen will und die wir aushalten müssen.
Die Natur ist bei uns immer ein Symbol für diese Tage gewesen: Es sind Tage, die menschliche Vergänglichkeit eindringlich vor Augen führen. Da ist auf der einen Seite die volle Schönheit in unserer Welt, die Schönheit der leuchtenden Blätter, vom Sonnenlicht durchflutet. Aber da ist auf der anderen Seite das Erleben, wie die Tage dieser herbstlichen Schönheit gezählt sind, wie sie buchstäblich kürzer werden. Da ist das gemeinsame Leben in seiner Kostbarkeit, aber das ist auch der Tod in seiner scheinbaren Endgültigkeit.
Aber viel wichtiger sind für uns Christen die Knospen der Hoffnung, wie sie vor allem am Ewigkeitssonntag im Mittelpunkt stehen. Wenn wir einmal einen Blick in die Kirchengeschichte werfen, so sehen wir klar: Es war der Glaube an die Auferstehung, der die Christen der ersten Jahrhunderte beflügelte und ihnen eine ungeheure Kraft verlieh.
Und es war nicht so ein vager Glaube, wie er uns heute manchmal begegnet, dass irgendwo dann so ein Raum des Lichtes sich auftut, in dem wir uns alle wiedersehen und glücklich miteinander sind (warum sollen wir da plötzlich glücklich miteinander sein, wenn wir es uns zu Lebzeiten oft so schwer machen?). Und es war schon gar nicht eine Vertröstung auf ein nebulöses Jenseits, wie es in der Religionskritik dem Christentum vorgeworfen wurde.
Nein, es war ein Glaube, der sich ganz auf den Gott richtete, der uns in Jesus Christus begegnet: Ein Glaube an Gott, der nicht den Tod, sondern das Leben will. Es ist der Glaube an ein Leben, in dem die Risse und Tränen des menschlichen Lebens geheilt und getrocknet werden, ein Leben, das sich nicht in gelangweiltem "Halleluja-Singen" hinzieht, sondern von Licht und Freude und Liebe durchflutet ist. Es ist ein kämpferischer Glaube, der gegen Resignation und Hoffnungslosigkeit in unserer Welt mit allen Kräften kämpft und der das Leben preist, in guten und auch in so schwierigen Zeiten. Lassen Sie uns in diesem Glauben "Protestleute gegen den Tod" sein, wie es der württembergische Theologe Christoph Blumhardt (1842–1919) formuliert hat.

Das vorangestellte Gedicht von Hanns Dieter Hüsch mag das in seiner unnachahmlichen Sprache zum Ausdruck bringen.

So grüßen wir Sie alle von Herzen, bleiben Sie gesund und behütet!

Ihre Karin Kiworr und Annelen Ottermann.




120 Jahre Deutscher Evangelischer Frauenbund e. V. - eine kleine Skizze

Der Bundesverband des Deutschen Evangelischen Frauenbunds e. V. (DEF) hat zu seinem 120-jährigen Jubiläum nach Hannover vom 18. bis 20. Oktober 2019 eingeladen – und alle kamen.

Tagungsort ist das evangelische Stefansstift mit hellen Räumen und Übernachtungsmöglichkeiten, guter Verpflegung und vielen Orten für Begegnungen außerhalb des Programms.

Am Freitagnachmittag lässt die anberaumte Mitgliederversammlung aktuelle Geschehnisse im Bundesverband und den Ortsverbänden sichtbar werden. Nach dem Verlesen von Grußworten: Berichte mit Aussprache. Dietlinde Kunad (Bundesvorsitzende), Irmtraud Pütter (Demografischer Wandel), Hannelore Herbel (AEH Hauswirtschaft), Sigrid Lewe-Esch (AEH Verbraucherschutz) und Luitgard Herrmann (Medien) berichten und diskutieren höchst engagiert mit allen Mitgliedern. Weiterer zentraler Punkt ist die vorgelegte Satzungsänderung des Bundesverbands zu § 2. Von besonderem Interesse ist der Tagesordnungspunkt Blitzlichter aus dem Landes-Vorstandsrat sowie den Ortsverbänden und Anschlussvereinen.

Die umfangreiche Tagesordnung verlangt gemeinsames zügiges Arbeiten – aber wer wäre nicht für thematisch interessante und informative, anregende und humorvolle Beiträge aufgeschlossen. So beschließen alle Teilnehmerinnen den Nachmittag mit einem Brainstorming zu den Themen Die Zukunft beginnt jetzt... Wie kann Verbandsarbeit gelingen? und Der DEF – Das sind wir! Mut zur Übernahme von Verantwortung sowie einer Andacht in der Kirche des Stefansstifts.

Der Samstag läutet den eigentlichen Festakt ein und beginnt mit einem eindrucksvollen musikalisch umrahmten Dankgottesdienst in der Marktkirche von Hannover – gestaltet von der Bundesvorsitzenden Pastorin Hella Mahler und der Superintendentin Dr. Petra Bahr. Auch der anschließende Festempfang im alten Rathaus beeindruckt durch viele Grußworte, denen leider weitgehend stehend zuzuhören ist. So etwa imponiert neben einer Vertreterin des Bundesfamilienministeriums Franz Müntefering mit seiner kleinen zupackenden Rede.

An diesen Vormittag schließt sich der Festakt im Stefansstift an. Zunächst fordern zwei bemerkenswerte Vorträge die Aufmerksamkeit der Zuhörenden. Cornelia Wenzel referiert über die Archivierung des Aktenbestands des Bundesverbands im Archiv der deutschen Frauenbewegung, Kassel. Frauen gestalten ein Archiv – Einblicke in 120 Jahre Deutscher Evangelischer Frauenbund. Dank der Weitsicht der jeweiligen Bundesvorsitzenden und eines überraschenderweise existierenden Akten- bzw. Archivierungsplans sind 120 Jahre DEF transparent und gut nachvollziehbar. So seien z. B. alte Briefe und Urkunden, Festschriften, Bau- und Finanzpläne einzusehen und jederzeit zu besichtigen.

Aber Archivarbeit ist das eine, Leitungsaufgabe das andere. Aufschlussreich und wissenswert ist daher im nächsten Vortrag die Sichtbarmachung aller DEF-Vorsitzenden. Ulrike Bösch, Inge Gehlert, Halgard Kuhn und Dietlinde Kunad lassen diese Frauen sprechen: Frauen übernehmen Verantwortung – die DEF-Vorsitzenden im Wandel der Zeit. Mit Akribie und Emphase vorgetragen werden die Persönlichkeiten dieser Frauen nahezu lebendig. Vieles von dem, was bewegt wurde, wird angerissen und deren Arbeitsumfang lässt sich erahnen.

Vor dem festlichen Abendessen am Samstag gibt die aufschlussreiche Diskussion Frauen gestalten Demokratie – Demokratie beginnt am Küchentisch zwischen der Bundesvorsitzenden und Lisi Maier (Bundesarbeitsgemeinschaft Katholischer Jugendsozialarbeit), Lydia Klein (Verbraucherzentrale Bayern) und Katharina Landgraf (MdB) Einblicke in Leben und Werdegang dieser Frauen in Ost und West. Sie berichten über Herausforderungen, aber auch über ein sie erfüllendes und beglückendes Familien- und Verbandsleben.

Der Sonntagvormittag und ein Worldcafé harmonieren wunderbar - und so bildet der ständig wechselnde intensive Austausch zum Thema Frauen setzen sich ein... den Abschluss der gelungenen Jubiläumstagung im Jahr 2019.

Elke Grün, DEF Mainz

Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie unter:

http://www.def-bundesverband.de/ueber-uns/wer-sind-wir/



EHRUNGEN UND AUSZEICHNUNGEN DER PATIENTENBÜCHEREI

Nominierung Deutscher Engagementpreis















BRÜCKENPREIS 2016, verliehen von der Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz; zugesprochen für bürgerschaftliches Engagement. Eines der Kriterien für die auf uns gefallene Wahl war die "Nachhaltigkeit", d. h. die Tatsache, dass durch die ehrenamtliche Arbeit eines relativ kleinen Vereins 35 Jahre lang vielfältige Brücken gebaut worden sind.



Fotos Brückenpreis: Peter Pulkowski



Patientenbücherei an der Universitätsmedizin,
Langenbeckstr. 1, Bau 206, 55131 Mainz, Tel.: 17-2679
Homepage: www.patientenbuecherei.de E-Mail: patientenbuecherei@unimedizin-mainz.de













Deutscher Evangelischer Frauenbund Ortsverband Mainz e. V.
– Sitz Mainz – Vereinsregister AG Mainz VR 40162
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